17.–19. November 2016 • Hotel Adlon • Berlin

Referenten 2016

Vorgestellt von Autoren der Süddeutschen Zeitung.

Bei keinem anderen Wirtschaftskongress in Deutschland nehmen derart viele hochkarätige Referenten teil wie beim Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung. Auf dem Podium diskutieren jedes Jahr rund 50 Spitzenkräfte aus Wirtschaft, Politik, Kultur, Wissenschaft und Sport.

Hier finden Sie alle 280 Referenten, die seit 2007 auf Deutschlands großem Wirtschaftskongress gesprochen haben, darunter sechs europäische Regierungschefs, der Bundespräsident und die Kanzlerin. Außerdem finden Sie hier die Referenten, die bereits für 2016 zugesagt haben. Die Liste wird fortlaufend aktualisiert. Schauen Sie also regelmäßig vorbei. Oder melden Sie sich für unseren Newsletter an, in dem wir regelmäßig über die Planung für unseren Kongress informieren.

 

Angela Merkel

Seit 2005 regiert sie Deutschland: Erst als Kanzlerin einer großen Koalition, dann als Kanzlerin einer ziemlich kleinen Koalition mit der FDP, seit 2013 wieder als Chefin einer großen Koalition. Von der innenpolitischen Reformerin hat sie sich zur wichtigsten Regierungschefin in Europa entwickelt: von vielen im Ausland respektiert, in der Euro- und Flüchlingskrise aber auch von vielen attackiert.Claus Hulverscheidt

Adrian Hasler

Bevor er 2013 Regierungschef von Liechtenstein wurde, war er ein Jahrzehnt Polizeichef seines Landes. Dabei ist der 1963 geborene Vater zweier Kinder eigentlich Betriebswirt. Seit er die Regierungsgeschäfte übernahm, ist es seine wichtigste Aufgabe, das nur 36 000 Einwohner zählende Fürstentum vom Ruf der dubiosen Steueroase zu befreien. Praktischerweise ist der im Auftreten angenehm zurückhaltende Politiker auch Finanzminister. Uwe Ritzer

Ann-Kristin Achleitner

Sie weiß, wie man mit Risiken umgeht: Die Wirtschaftsprofessorin mit Lehrstuhl an der TU München hat ihren Forschungsschwerpunkt auf Wagniskapital gelegt. Zudem ist sie die wohl profilierteste Aufsichtsrätin des Landes. Die umtriebige Wissenschaftlerin (geboren 1966) ist in den Kontrollgremien der Deutschen Börse, bei der Rückversicherung MunichRe, dem Handelskonzern Metro und dem Gasehersteller Linde vertreten. Zudem ist sie Mitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex. Andrea Rexer

Josef Ackermann

Zehn Jahre lang war der Schweizer Chef der Deutschen Bank. Attackiert von Kritikern, die vor allem zwei Dinge von ihm in Erinnerung behalten: Ein Victory-Zeichen im Mannesmann-Prozess und ein Renditeziel von 25 Prozent. Andere bewunderten, wie er die Bank durch die Fährnisse der Finanzkrise geführt hat. Sie sehen ihn in einer Linie mit seinen Vorgängern Hermann-Josef Abs und Alfred Herrhausen. Harald Freiberger

Jens Baas

Der Chef der Techniker Krankenkasse (TK) steht für eine neue Generation von Managern im Gesundheitswesen. Die smarten Seiteneinsteiger bestimmen zunehmend das Geschehen. Baas studierte Medizin und arbeitete als Transplantationsmediziner an den Universitätskliniken Heidelberg und Münster. Nach nur drei Jahren im Job heuerte er bei der Unternehmensberatung Boston Consulting an, wurde dort Partner. 2011 wechselte er in den Vorstand der TK. Guido Bohsem

Roland Berger

Geboren 1937 in Berlin, gehört er zu den bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft. Als Student gründete er eine Wäscherei in München, in Mailand lernte er das Handwerk der Berater, das ihn zum deutschen Branchenführer machte. Mit seinem eloquenten Auftreten ist er ein beliebter Gast auf Partys wie in TV-Talkshows. Karl-Heinz Büschemann

Saskia Biskup

Die doppelt promovierte Ärztin, Bioinformatikerin und exzellente Tennisspielerin hat sich 2009 entschlossen, die teure Highspeed-Gen-Analyse aus den Unis in die Praxis zu holen: Sie gründete das Unternehmen CeGaT, das hunderte Gene parallel untersucht und damit rasche, passgenaue Therapien ermöglicht, etwa bei Tumoren. Inzwischen beschäftigt sie 110 Mitarbeiter und erhielt den EU-Innovationspreis für Frauen 2014 der EU-Kommission. Max Hägler

Roland Boekhout

Rotterdam, New York, Warschau, Mexiko, Frankfurt – in seiner Karriere bei der ING ist der studierte Wirtschaftswissenschaftler (geboren 1963) weit herumgekommen. Seit 2010 ist er Chef der ING-DiBa, der Deutschland-Tochter der niederländischen Bank, die hierzulande mit über acht Millionen Kunden zu den drei größten Privatkundenbanken gehört. Zudem gehört Boekhout dem Führungsgremium der niederländischen Konzernmutter an. Andrea Rexer

Hans-Christian Boos

Er studierte Informatik an ETH Zürich sowie an der TH Darmstadt. Nach seinem ersten Job bei der Dresdner Bank gründete er mit einigen anderen 1995 die Firma arago. Erstes Produkt war eine Software zum Online-Banking. Heute beschäftigt sich das Unternehmen vor allem mit Automatisierung und künstlicher Intelligenz. Ziel: schlaue Maschinen, die den Menschen entlasten. Helmut Martin-Jung

Charles-Edouard Bouée

Er ist eine Art Weltbürger, ständig unterwegs zwischen Europa, Amerika und Asien. Der Franzose führt seit 2014 als Vorstandsvorsitzender Roland Berger. Er studierte in Paris und an der amerikanischen Harvard University. Seine Karriere begann er als Investmentbanker, danach wechselte er ins Metier der Unternehmensberater, zunächst bei Booz Allen & Hamilton, später bei AT Kearney, seit 2001 bei Roland Berger. Die Firma war zuletzt in der Krise, diese sei aber, so Bouée, nun überwunden. Caspar Busse

Tim Clark

Er gehörte zum Gründungsteam von Emirates und ist einer der mächtigsten Männer der Luftfahrtindustrie. Sein Wort hat Gewicht, schließlich hat der seit 2003 amtierende Emirates-Chef mittlerweile über 142 Airbus A380 bestellt. Auch bei Boeing ist er einer der wichtigsten Kunden. Seine Airline lehrt Lufthansa derart das Fürchten, dass diese sogar dafür plädiert, ihr Verkehrsrechte wegzunehmen.
Jens Flottau

Philipp Depiereux

Jahrgang 1977, studierte internationale BWL in Deutschland, Frankreich und den USA. Danach gründete er seine erste eigene Beratungsfirma Pepato, und restrukturierte erfolgreich den Folienhersteller alesco. Seit 2010 ist er Gründer und Geschäftsführer der Start-up-Schmiede und Digitalberatung etventure und entwickelt digitale Geschäftsmodelle sowohl für Konzerne und Mittelstand, als auch für Start-ups. Helmut Martin-Jung

Thorsten Dirks

Fast zwei Jahrzehnte hieß sein Arbeitgeber E-Plus, sieben Jahre stand er an der Spitze des Mobilfunkanbieters und hat dort zahlreiche neue Marken wie Simyo oder Base etabliert. Da war es fast logisch, dass der Diplom-Ingenieur nach der Fusion mit Telefónica Deutschland nun auch den neuen Telekommunikationsanbieter führt: die neue Nummer eins bei Mobilfunkanschlüssen vor der Telekom und Vodafone. Ulrich Schäfer

Thomas Ebeling

Für den Chef des Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1, Jahrgang 1959, lief es zuletzt gut: Umsatz und Gewinn gehen nach oben, das Unternehmen ist Mitglied im Dax geworden, die Digitalisierung schreitet voran. Das war nicht immer so. Als der ehemalige Pharma-Manager 2009 nach München kam, war die Aktie von ProSiebenSat.1 am Boden. Doch Ebeling baute um, suchte neue Strategien, manchmal etwas unkonventionell, aber mit Erfolg. Caspar Busse

Stefan Franzke

Jahrgang 1970, kümmert sich als Sprecher der Geschäftsführung von Berlin Partner um den Wirtschaftsstandort Berlin. Er studierte Maschinenbau in Hannover, arbeitete als Geschäftsführer am Institut für Integrierte Produktion. Als Leiter des Innovationszentrums Niedersachsen beriet er internationale Investoren und machte Marketing für sein Bundesland. 2014 wechselte er nach Berlin. Helmut Martin-Jung

Markus Gabriel

Ein Buch mit dem Titel „Warum es die Welt nicht gibt“ ist schon eine Ansage. Der Philosoph Markus Gabriel, Jahrgang 1980, hat mit dem Werk einen Treffer gelandet. Seine Denkrichtung heißt „Neuer Realismus“: Die Existenz einer Welt, in der alles mit allem zusammenhängt, lehnt er ab, stattdessen gebe es viele verschiedene Welten und Wirklichkeiten als Ausschnitte nebeneinander. Vor sieben Jahren wurde Gabriel als jüngster Philosophieprofessor Deutschlands auf den Lehrstuhl für Erkenntnistheorie, Philosophie der Neuzeit und Gegenwart an der Universität Bonn berufen. Er gilt längst als einer der wichtigsten deutschen Philosophen der Gegenwart. Jan Willmroth

Ulrich Grillo

Als Barack Obama mit der Kanzlerin tafelte, saß er neben dem US-Präsidenten. Der Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie fällt auf (gertenschlank, Maßanzüge). Der Zink-Unternehmer scheut keine Konflikte (von der Vermögensteuer bis zur Energiewende) und findet klare Worte („Sündenfall“, „kein Zukunftskonzept“). Ende des Jahres tritt er als BDI-Chef ab. Thomas Öchsner

Hermann Gröhe

Der Gesundheitsminister kam als Neuling zu seinem Arbeitsgebiet. Inzwischen hat er eine beträchtliche Anzahl von Gesetzen durchgebracht. Die Vertreter der Krankenkassen, Pharmaindustrie, Ärzte- und Apothekerschaft respektieren ihn – auch weil er durch seine kluge und ausgleichende Art versteht, Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen. Spötter sprechen, wenn sie Gröhe beschreiben, gelegentlich vom „wandelnden evangelischen Kirchentag“. Guido Bohsem

Felix Haas

Er hat im Silicon Valley gearbeitet, bei BMW in Palo Alto, und dort mehrere Patente mitentwickel. In Deutschland ist er Gründer von mehreren erfolgreichen Start-ups, darunter ID Now, ein Fintech-Unternehmen, und Amiando, eine Plattform für Online-Tickets. Außerdem steht er anderen Start-ups mit Rat und Tat zur Seite: als Business Angel und als Veranstalter von “Bits&Pretzels” in München, dem mit über 3600 Teilnehmern größten Gründer-Event in Deutschland. Ulrich Schäfer

Robert Hlawna

Wie sieht der Büro-Arbeitsplatz von morgen aus? Darüber diskutiert der Geschäftsführer von Colliers International Corporate Solutions täglich mit seinen Kunden. Colliers ist einer der führenden Makler für Gewerbeimmobilien in Deutschland und hilft bei der richtigen Immobilienwahl. Dazu zählt immer häufiger auch, Konzepte für Co-working und Open Space zu entwicklen. Der studierte Betriebswirt ist Experte für Organisationsberatung und war zuvor Geschäftsführer der AOS GmbH. Ulrich Schäfer

Yvonne Hofstetter

Geboren 1966, hat sie nach einem Jura-Studium 1999 begonnen, bei internationalen Softwareunternehmen zu arbeiten. Sie beschäftigte sich mit militärischen Multi-Agentensystemen und mit algorithmischem Börsenhandel. Seit 2009 leitet sie die Firma Teramark Technologies, einen Spezialisten für Big Data und maschinelles Lernen. Ihr Buch „Sie wissen alles” über die Gefahren moderner Technologien ist ein Bestseller. Helmut Martin-Jung

Christine Hohmann-Dennhardt

Sie war Justizministerin in Hessen und zwölf Jahre lang Bundesverfassungsrichterin. Ihre sozialdemokratische und durchaus auch kapitalismuskritische Haltung verbarg sie dabei nie – und dennoch holte sie danach der Daimler-Konzern in den Vorstand, als erste Frau. Ihre Aufgabe: Das Durchsetzen von Recht und Anstand. Im Angesicht des Dieselskandals bat VW um ihre Hilfe, nun räumt sie dort als Vorstand auf. Max Hägler

Dirk Hörig

Dirk Hörig ist seit mehr als 15 Jahren im Online-Handel tätig, hat unter anderem für Puma, Neckermann und Red Bull gearbeitet. Bereits 2001 gründete er, noch als Student, sein erstes Unternehmen zur Entwicklung von Online-Shops.Im Jahr 2006 gründete er dann zusammen mit einem Kollegen commercetools, das heute zum Handelskonzern Rewe gehört. Mit flexiblen Lösungen, die auf der Cloud basieren, will commercetools den Internethandel revolutionieren und die klassische Software ablösen. Ulrich Schäfer

Timotheus Höttges

Nachdem der Manager im Jahr 2000 die Fusion von Viag und Veba zu Eon eingefädelt hatte, galt ihm ein Spitzenposten beim neu entstandenen Energiekonzern bereits als sicher. Der Rheinländer, Jahrgang 1962, ging trotzdem zur Mobilfunksparte der Telekom – und stieg dort stetig auf. Bis zum Konzernchef. Wer erleben will, wie leidenschaftlich er für seine Sache kämpfen kann, sollte ihn auf die Macht amerikanischer Technologiekonzerne ansprechen. Varinia Bernau

Gerald Hüther

Joe Kaeser

Seit August 2013 ist er Vorstandsvorsitzender von Siemens. Der Manager, der im Bayerischen Wald als Josef Käser aufgewachsen ist, heuerte schon 1980 bei dem Münchner Konzern an und machte schnell Karriere. Von 2006 an war er Finanzchef, und damit der mächtige Mann im Hintergrund. Als Konzernchef Peter Löscher überraschend stürzte, wurde Kaeser sein Nachfolger. Jetzt sucht er einen neuen Kurs für Siemens – und setzt voll auf die Digitalisierung. Caspar Busse

Simone Kämpfer

Die Rechtsanwältin aus Düsseldorf (geboren 1966) gehört zu den profiliertesten Strafverteidigerinnen in Deutschland und tritt immer wieder in großen Wirtschaftsverfahren auf. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft in München und Regensburg ging sie 1998 zur Staatsanwaltschaft Düsseldorf und war dort seit 2000 in der Schwerpunktabteilung für Wirtschaftskriminalität tätig, auch als Pressesprecherin. 2007 wechselte sie in die Kanzlei tdwe in Düsseldorf. Einer ihrer jüngsten Fälle war der Deutsche-Bank-Prozess in Frankfurt wegen Steuerdelikten beim Handel mit CO₂-Zertifikaten. Klaus Ott

Christina Kehl

Wahrscheinlich muss man so schlagfertig wie sie sein, um in einer ausgemachten Männer-Szene Fuß fassen zu können: Die 1984 geborene Würzburgerin ist eine der ganz wenigen Frauen, die ein Start-up im Finanzbereich gegründet haben. Die Idee zum Versicherungsbroker Knip setzte sie 2013 in der Schweiz gemeinsam mit zwei weiteren Gründern um. Seit Mai 2016 baut sie die Geschäftsstelle für den ersten Schweizer Fintech-Verband Swiss Finance Startups (SFS) auf, damit setzt sie ihre Stimme für die ganze Fintech-Szene ein. Das Unternehmertum liegt ihr im Blut: Schon mit 19 Jahren gründete sie ihr erstes Start-up, eine Bildungsberatung, die sie nach fünf Jahren verkaufte. Andrea Rexer

Harald Krüger

Was soll man machen, wenn man weiß, dass Autos irgendwann mit großen Batterien statt mit Benzin fahren? Und was soll man tun, wenn man sein Geld heute mit großen Limousinen verdient, die Benzin und Diesel schlucken? Man fährt zweigleisig – und finanziert mit der alten Autowelt die neue. Als der BMW-Chef im März 2016 seine neue Konzernstrategie vorstellte, war klar: Der Autobauer wird verändert. Und zwar von Grund auf. Thomas Fromm

Janina Kugel

Sie ist die engste Vertraute von Siemens-Chef Joe Kaeser im Vorstand. Seit Februar 2015 ist sie die Arbeitsdirektorin des Konzerns. 2001 heuerte die heute 1970 geborene Mutter von Zwillingen bei Siemens an, bald schon ging sie nach Mailand und wurde Personalchefin von Siemens in Italien. Nach einer Zwischenstation bei Osram holte sie Kaeser im Herbst 2013 als Leiterin der Führungskräfteentwicklung zurück, um sie dann wenig später in den Vorstand zu befördern. Christoph Giesen

Felix Kuhnert

Felix Kuhnert ist Partner bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Der Automobilexperte, Jahrgang 1969, verfügt über mehr als 15-jährige Praxis in der Beratung wie in der Autoindustrie. Er hat in Bonn Wirtschaft studiert und ein Graduiertenprogramm in Berkeley angehängt. Seine Erfahrung baute er auf im Umgang mit Autoherstellern, Händlerorganisationen und Verbänden. Karl-Heinz Büschemann

Aino Laberenz

Aino Laberenz, geboren 1981 in Turku, Finnland, und wohnhaft in Berlin, kleidet Schauspieler ein, aber sie kann noch viel mehr: Sie ist eine ausgewiesene Kennerin des Theaters und auch als Kampagnengesicht in der Modewelt zu Hause. 2011 gestaltete sie den deutschen Pavillon bei der Biennale in Venedig, ausgezeichnet mit dem Goldenen Löwen als bester Länderpavillon. In Burkina Faso realisiert sie das Operndorf Afrika, das sie 2008 gemeinsam mit ihrem später verstorbenen Ehemann Christoph Schlingensief gegründet hat. Marc Beise

Jörg Land

Jörg Land, 1977 geboren, ist das Pendant des hanseatischen Kaufmanns im digitalen Zeitalter: aufmerksam, aber nicht aufdringlich; forsch, aber nie frech: Mit zwei Freunden hat der Betriebswirt in Hamburg eine Therapie für Tinnitus-Patienten entwickelt. In dieser App filtert ein Algorithmus aus Musikstücken die Frequenz, die der geschädigte Nerv im Hörzentrum verarbeitet. So werden, während der Patient die bearbeiteten Songs hört, die Nerven trainiert und die Intensität des lästigen Tons deutlich gesenkt. Varinia Bernau

Bill McDermott

Vom Zeitungsjungen zum Konzernlenker: Der SAP-Vorstandschef lebt den amerikanischen Traum Aufstieg so radikal wie wenige sonst. Beständig hat sich der Amerikaner hochgearbeitet bis an die Spitze eines DAX-Konzerns. Hier führt er mit viel mehr Emotion als deutsche Kollegen. Der Erfolg gibt ihm recht und McDermott weiß, dass die Art ankommt, zumal daheim. Er kann sich eine Kandidatur bei US-Präsidentschaftswahlen vorstellen. Max Hägler

Hermann J. Merkens

Seine Karriere begann er 1985 bei der Deutschen Bank. Über eine Station bei der Deutschen Interhotel Holding kam er 1999 zur heutigen Aareal Bank. Vier Jahre später zog er in den Vorstand des börsennotierten Immobilienfinanzierers ein, seit 2015 ist er Vorstandsvorsitzender. Er wurde 1966 in Aachen geboren und hat sein Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin als Diplom-Kaufmann abgeschlossen. Andrea Rexer

Freya Oehle

Freya Oehle, geboren 1989, hatte nach dem Studium das Angebot, bei einer Unternehmensberatung anzuheuern. Nur müsse sie sich darauf einstellen, so sagten sie ihr, die ersten drei Jahre unliebsame Arbeiten zu machen. Sie lehnte ab und gründete mit einem Schulfreund Spottster. Eine App, bei der man den Preis eingibt, den man etwa für ein Paar Turnschuhe zahlen möchte. Sinkt er in einem Shop auf oder gar unter diese Grenze, erhält man eine Nachricht. Bislang arbeiten etwa 3000 Online-Shops mit Spottster zusammen. Varinia Bernau

Felix Reinshagen

Neun Jahre war er als Berater für McKinsey unterwegs. Gemeinsam mit Robert Huitl, Sebastian Hilsenbeck und Georg Schroth gründete er im Mai 2013 NavVis. Ihr Kartierungstrolley sieht aus wie ein schnittiger Tretroller und erstellt fotorealistische dreidimensionale Modelle von Innenräumen. Mit Hilfe des Modells lassen sich dann Gebäude virtuell „besichtigen“ oder Fabriken planen. Elisabeth Dostert

Andreas Renschler

Als der Daimler-Mann Anfang 2015 zu Volkswagen wechselte, wusste er, was ihn erwartete. Die Ansage an Renschler, Jahrgang 1958, war ja klar: Er sollte aus den Lkw-Töchtern MAN, Scania und dem eigenen VW-Nutzfahrzeuggeschäft eine neue, schlagkräftige Einheit schmieden. Was gar nicht so einfach ist. Der Schwabe bringt hier nicht nur sehr unterschiedliche Lkw zusammen, sondern muss auch Bayern, Niedersachsen und Schweden unter einen Hut kriegen. Renschler und das interkulturelle Lkw-Experiment – eines der spannendsten Projekte in der Branche zurzeit. Thomas Fromm

Till Reuter

Als er 2009 bei der Kuka AG die Schalthebel übernahm, stand der Augsburger Roboterhersteller vor dem Aus. Heute verkündet der Vorstandschef eine Rekordzahl nach der anderen. 2014 war das erfolgreichste Jahr in der 117-jährigen Firmengeschichte. Reuter, der Rendite-Roboter: Er steigerte den Aktienkurs von 10 auf 70 Euro. Die Mitarbeiterzahl sprang von 8000 auf 12 000. Stefan Mayr

Oliver Samwer

Jahrgang 1972, wuchs mit seinen beiden Brüdern Marc und Alexander in Köln auf. Er studierte als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes Betriebswirtschaftslehre und war Trainee bei Sal. Oppenheim. Mit seinen Brüdern betrieb er das Internetauktionshaus Alando und die Klingeltonfirma Jamba. Beide wurden mit Gewinn verkauft. 2007 wurde die Beteiligungsfirma Rocket Internet gegründet. Helmut-Martin Jung

Wolfgang Schäuble

Er war Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesinnenminister, er war Vorsitzender der CDU und Verhandlungsführer beim Einigungsvertrag mit der DDR. Er hätte Kanzler gekonnt, auch Bundespräsident, wurde es aber nicht. Dann machte Angela Merkel ihn, der seit vier Jahrzehnten – und damit länger als jeder andere – im Bundestag sitzt, zum Bundesfinanzminister. Seither kämpft er mit großer Leidenschaft für den Euro. Ulrich Schäfer

Denis Scheck

Er verdient sein Geld mit Gedrucktem, aber man kennt ihn aus der „Glotze“. Der Schwabe ist nach dem Tod von Marcel Reich-Ranicki Deutschlands wichtigster TV Literaturkritiker. Seit 2004 moderiert er die Sendung „druckfrisch“, für die er Autoren an ungewöhnlichen Orten besucht. Seine lebhafte Art ist umstritten, Kritiker werfen ihm Selbstinszenierung vor, Fans rühmen seine scharfzüngige „Stand-up- Comedy“. Langweilig ist er nie. Marc Beise

Mathias Schilling

Er ist im Silicon Valley ein Exot. Als Deutscher hat er 1997 eine Risikokapitalfirma gegründet und investiert seither mit eventures (ehemals BV Capital) erfolgreich in Start-ups. Er wartet nicht, bis die Gründer zu ihm kommen, sondern sucht gezielt nach ihnen – anfangs nur in Kalifornien, nun in aller Welt. Eventures verwaltet mehr als eine Milliarde Dollar. Zu den Investments gehören erfolgreiche Firmen wie Sonos, Friendinsurance oder Kaufda. Ulrich Schäfer

Joachim Schreiner

Jahrgang 1962, hat sein gesamtes Berufsleben bei amerikanischen Firmen der Informationstechnologie verbracht. Er begann 1988 bei Boole und Babbage, einem Hersteller von Software zur Automatisierung. Später arbeitete er als Verkaufschef für die deutschen Niederlassungen von Veritas Software und Symantec. Seit 2006 ist er Geschäftsführer für die Region Zentraleuropa bei dem Cloud-Unternehmen Salesforce. Helmut Martin-Jung

Sandra Sieber

Wenn sie den Hörsaal betritt, hören Vorstände, Geschäftsführer und Eigentümer besonders gut hin: Die Professorin von der IESE ist Expertin für das Thema, das an den Unternehmensspitzen derzeit große Unsicherheit verursacht – Digital Business. Das heißt: Sie erforscht wie Digitalisierung die etablierten Geschäftsmodelle verändert. Aufgewachsen ist die Kosmopolitin in Indonesien und Mexiko. Marc Beise

Vishal Sikka

Er ist ein Weltreisender, noch mehr als der von ihm geschätzte Schriftsteller Hermann Hesse. Geboren wurde er 1967 in Indien und später ging er zum Informatikstudium und Arbeiten in die USA, bis ihn 2002 die SAP nach Deutschland holte. Bald war er dort der Erste Programmierer und wurde als Vorstandschef gehandelt – doch nun hat er dieses Amt beim indischen IT-Berater Infosys inne und führt dort 190.000 Mitarbeiter. Max Hägler

Alexander Sixt

Alexander Sixt, geboren 1979, hat Wirtschaftswissenschaften in London und Paris studiert und danach in der M&A-Abteilung der Deutschen Bank in London sowie bei der Unternehmensberatung Roland Berger gearbeitet. Anschließend ist er in das 1912 gegründete Unternehmen der Familie eingestiegen. Er ist als Vorstand für Organisation und Strategie für neue Mobilitätsangebote verantwortlich, darunter der Carsharing-Dienst DriveNow, der gemeinsam mit BMW aufgebaut wurde. Ulrich Schäfer

Christian Stammel

Er ist Gründer und CEO der weltweit tätigen Innovations- und Marktentwicklungsplattform Wearable Technologies Group. Er treibt erfolgreich Innovationen und Kooperationen in den Bereichen Internet of Things und Wearables voran. Er berät einige der größten Tech-Unternehmen und organisiert mit seinem Team wichtige Netzwerktreffen in den USA, Europa und Asien. Helmut Martin-Jung

Margret Suckale

Margret Suckale, Jahrgang 1956, ist eine Pionierin der Wirtschaft. Die Juristin war 2008 die erste Frau im Führungsgremium eines der hundert größten deutschen Unternehmen, als sie in den Vorstand der Deutschen Bahn einzog. Im Mai 2011 wurde sie in den Vorstand der BASF bestellt, neben dem Personalwesen ist sie verantwortlich für Anlagenbau und Instandhaltung, Umwelt, Gesundheit und Sicherheit sowie für die europäischen Verbundstandorte. Karl-Heinz Büschemann

Gillian Tans

Hubertine Underberg-Ruder

Nur wenige Menschen dürfen das Rezept des berühmten Magenbitters hüten. Eine davon ist sie, die Chefin des Verwaltungsrates, geboren 1962. Als der Vater ihr, da war sie 28, das Erbe antrug, bat die promovierte Mikrobiologin um Bedenkzeit. Dann stimmte sie zu. Sie kennt auch noch ein paar andere Rezepte, zum Beispiel, was einen guten Manager ausmacht. „Eine Mischung aus Hand, Herz und Hirn.“ Elisabeth Dostert

Norbert Walter-Borjans

Der Finanzminister von Nordrhein-Westfalen und SPD-Mann ist bei Banken aus dem In- und Ausland gefürchtet wie kaum ein anderer deutscher Politiker. Steuerfahnder aus NRW haben viele Geldinstitute entlarvt, die ihren Kunden geholfen haben, den Staat zu betrügen. Und die dafür teils teuer bezahlten. Walter-Borjans, zitiert gerne Bertolt Brecht: Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Damit sich das ändert, hat er seine Behörden mehr CDs mit Kontodaten von Steuerhinterziehern kaufen lassen als jedes andere Bundesland. Klaus Ott

Axel A. Weber

Er hat bei der Schweizer Bank UBS 2012 den radikalen strategischen Wandel eingeleitet, den viele andere Institute erst jetzt angehen. In Frankfurt war er einst als Nachfolger von Josef Ackermann bei der Deutschen Bank im Gespräch, wechselte dann aber nach Zürich. Er ist ein Ökonom mit Überzeugungen: Als Bundesbankpräsident beklagte er sich 2010 öffentlich über die umstrittenen Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank – und nahm deswegen später seinen Hut. Markus Zydra

Miriam Wohlfarth

Sie ist eine der ganz wenigen weiblichen Führungspersönlichkeiten in der männerdominierten Fintech-Szene. Die Mitgründerin und Geschäftsführerin der RatePAY GmbH hat mehr als 16 Jahre Erfahrung in Online-Geldgeschäften. Zuletzt war sie beim international agierenden Payment Service Provider Ogone (Ingenico Payment Services). Davor baute sie für die Royal Bank of Scotland (RBS) und deren Payment-Services-Tochter Bibit in Deutschland das Geschäft im elektronischen Zahlungsverkehr maßgeblich mit auf. Marc Beise