17.–19. November 2016 • Hotel Adlon • Berlin

Abendveranstaltungen

Gespräche jenseits von Wirtschaft und Politik

Unter der Hochsprunglatte: Die Talkrunde im Jahr 2009 mit Ariane Friedrich, Anne Will, Moderator Hans Werner Kilz, Karin Lochte und Axel Milberg.

Die Latte lag sehr hoch, als sich die Teilnehmer des Führungstreffen Wirtschaft der Süddeutschen Zeitung im Jahr 2009 zu einem festlichen Abendessen versammelten: Auf der Bühne im Hotel Adlon in Berlin war eine Hochsprunganlage aufgebaut. SZ-Chefredakteur Hans Werner Kilz hatte die Polarforscherin Karin Lochte, die Fernsehmoderatorin Anne Will, den Schauspieler Axel Milberg und die Hochspringerin Ariane Friedrich zum Gespräch bei Deutschlands großem Wirtschaftskongress geladen.

Dort saßen sie nun in gemütlichen Sesseln, und über der Runde befand sich in lichter Höhe die Latte – bei zwei Metern und sechs Zentimetern, exakt die Höhe, die Ariane Friedrich, damals 25, im Sommer 2009 in Berlin beim Leichtathletikfest Istaf überquert hatte. Das war nach 18 Jahren neuer deutscher Rekord sowie Weltjahresbestleistung und brachte im Juni die 64 000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion zum Toben. Die gebürtige Thüringerin mit den blonden Haaren lebt inzwischen in Frankfurt am Main und ist eine der erfolgreichsten Sportlerinnen in Deutschland.

Schauspieler und Sänger: Dominique Horwitz singt beim Gala-Abend 2010.

Podiumsgäste wie Friedrich, Milbeg, Will oder Lochte gehören zum Adlon-Kongress der Süddeutschen Zeitung genauso, wie die Referenten aus Politik und Wirtschaft. Denn so wie die Süddeutsche Zeitung mehr bietet als nur einen Politik- und Wirtschaftsteil, so bietet auch Deutschlands Wirtschaftskongress weit mehr als die kontroversen Debatten zur Finanz- und Schuldenkrise, zur Energie und Handel oder zur Zukunft der Europäischen Union.

Vom Hirnforscher bis zum Schauspieler

Sondern wir wollen den Blick weiten: In abendlichen Talkrunden reden wir mit Spitzenkräften aus Wissenschaft, Kultur, Gesellschaft und Sport, in den vergangenen Jahren etwa mit dem Hirnforscher Wolf Singer, den Schauspielern Matthias Brandt und Dominique Horwitz oder den Fernsehmoderatoren Günter Jauch, Marietta Slomka und Maybrit Illner. Oder mit Sportlern wie der Fußball-Nationalspielerin Lira Bajramaj, dem Manager von Werder Bremen, Klaus Allofs – oder eben mit Ariane Friedrich. Sie erzählen, wie sie es soweit nach oben geschafft haben – aber sie erzählen auch von ihren Rückschlägen.

Einblicke in die Welt des Sports: Ariane Friedrich beim Gala-Abend 2009.

So hat Ariane Friedrich schon mit fünf Jahren mit dem Training begonnen. Damals war ihre Mutter morgens immer ziemlich spät dran, und so mussten die beiden oft zum Kindergarten rennen: „Mein erster Einstieg in die Leichtathletik.” Seit ihrem achten Lebensjahr betreibt sie Hochsprung. Im Jahr 2008 hat sie in Glasgow erstmals die Höhe von zwei Metern genommen. „Das ist wie zehn Prozent Umsatzplus”, erklärte sie ihre Gefühle den Managern im Saal. Der Rückschlag bei der Weltmeisterschaft in Berlin im August, als sie als Favoritin startete und dann Dritte geworden war, machte ihr nichts aus, denn sie habe damals einfach alles gegeben. Ihre härteste Konkurrentin, die Kroatin Blanka Vlasic, ist 1 Meter 93 groß, Friedrich nur 1 Meter 79. „Ich bin ein kleiner Zwerg in der Leichtathletik, aber ich habe dafür andere Qualitäten”, sagt sie und lacht.

„Ich war nicht mehr Herr meiner Termine”

Einblicke in die Welt auf dem Bayreuther Hügel: Katharina Wagner beim Gala-Abend 2007.

Aus der Welt des Fernsehens und des Theaters berichtete Axel Milberg, 53. Seit 2003 ist er im Tatort der skurrile Ermittler Borowski und sorgt damit für hohe Einschaltquoten. Von 1981 bis 1998 war der gebürtige Kieler Mitglied des Ensembles der Münchner Kammerspiele. „Das war eine hermetische Welt”, erinnerte er sich: städtischer Angestellter, 2800 Mark netto im Monat, ein Stück wurde bis zu elf Jahre lang gespielt. Täglich wurde im Theater geprobt, und wenn Milberg danach vor die Tür trat, blinzelnd in die Sonne sah, merkte er erst, dass es noch eine andere Welt gibt. „Ich war nicht mehr Herr meiner Termine”, erzählte Milberg und so wechselte er schließlich ganz zu Film und Fernsehen. Dort dreht er etwa 120 Tage im Jahr und gibt oft psychisch Kranke, Serienmörder, verschrobene, unsympathische Charaktere.

Einblicke in die Welt der Wissenschaft: Hirnforscher Wolf Singer beim Gala-Abend 2011.

Färbt das ab? „Ein seriöser, leidenschaftlicher Schauspieler stellt sich diese Frage nicht”, kontert Milberg. Unzufrieden ist er mit der Qualität des Fernsehens und der Drehbuchautoren. Zu viel Vorhersehbares, alles sei so „eingeschnuckelt und puppig” geworden, stellt Milberg fest, der irgendwann mal Hitler „ganz anders” spielen will. Dann enthüllt er noch, dass der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger liebend gern mal für das Fernsehen arbeiten würde, aber bisher niemand ihn gefragt hat.

„Investieren Sie in gute Köpfe!”

Das überraschte sogar Anne Will, 43. Seit 2007 moderiert die gebürtige Kölnerin ihre Talkshow. Und doch sitzen immer wieer die gleichen Gäste dort, das betrübt auch Will. Aber sie sagt: „Viele funktionieren nicht. Es gibt nur eine kleine Zahl von wirklichen Meinungsträgern.” Viele seien einfach nicht sicher und standfest in Diskussionen, und die könne man einfach nicht einladen. Namen will sie nicht nennen: „Das wäre unhöflich.” Auf die Frage, was im Fernsehen wichtiger sei, Schönheit oder Klugheit, sagte sie ohne Zögern: „Schönheit, weil man erst dann die Klugheit zeigen kann.”

Einblicke in die Welt des Fernsehens: Günter Jauch beim Gala-Abend 2010.

Klugheit zeigen, dass kann Karin Lochte, 57, auch ohne Fernsehen. Die Mikrobiologin und Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven ist eine der gefragtesten Wissenschaftlerinnen. Ihr Thema ist unter anderem der Klimawandel, und Lochte („Die Sehnsucht nach dem Meer gibt es”) forschte monatelang in Arktis und Antarktis.

Dort bohrte sie dann Löcher ins ewige Eis: „Das Eis ist auf der Unterseite braun durch die Algen”, berichtet sie: „Das ist ein tolles Archiv für die Klimageschichte.” Wenn die Vergangenheit erforscht würde, könne man auch in die Zukunft schauen. Die Expeditionen dauern bis zu zwölf Wochen, manchmal würden in der Antarktis gar neugierige Pinguine zuschauen. Gerade erst wurde die Forschungsstation Neumayer III eröffnet, die auf hydraulischen Beinen über dem Eis steht. Der Wirtschaft rät Karin Lochte nur: „Investieren Sie in gute Köpfe.”

 

Bilder

Der Kongressort: Hotel Adlon

Auch im Jahr 2016 findet Der Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung wieder dort statt, wo er von Anfang an zuhause ist: im Hotel Adlon in Berlin, im Herzen der Hauptstadt. Weitere Infos zum Kongressort

Sponsoren

Der Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung wird 2016 unterstützt durch: etventure, Aareal Bank, ANDERS Consulting, Berlin Partner, ING-DiBa, Roland Berger, Sixt, Telefónica. Weitere Infos zu den Sponsoren

Stars aus Kultur, Sport und TV

Der SZ-Wirtschaftsgipfel bietet mehr als kontroverse Debatten zu Wirtschaft und Politik. In abendlichen Talkrunden erzählen Spitzenkräfte aus Kultur, Sport und Wissenschaft über ihre Höchstleistungen. Weitere Infos zu den Talkrunden.