2007

Rückblick 2007

Highlights

Die Debatten

Von den Besten lernen

Wie stark ist die deutsche Wirtschaft im globalen Vergleich? Und wo lauern die Wettbewerber von morgen? Darum drehte sich die erste Auflage desFührungstreffens Wirtschaft der Süddeutschen Zeitung vom 10. bis 11. November 2007 in Berlin. Deutschland brauche, so die Meinung der meisten Teilnehmer des Kongresses, weitere Reformen, um seinen Platz in der Welt zu behaupten. Zwar ist den Führungskräften nicht bange um den Standort Deutschland. Sie mahnten aber eindringlich weitere Veränderungen in den Unternehmen und in der Gesellschaft an. Als Bedrohung wird der härtere internationale Wettbewerb und die Aufbruchstimmung in Fernost empfunden. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, räumte Deutschland dennoch gute Chancen ein, seine Position im globalen Wettbewerb zu behaupten. „Deutschland wird auch 2020 noch die Nummer drei in der Welt sein”, sagte der Bankchef.

Viele andere Teilnehmer sahen Deutschland im Jahr 2020 aber nur mehr auf Platz 5 oder 6 – noch hinter China und Indien. Ihren Platz in der Führungsgruppe werden die USA und Japan halten. Die Stärke des Standorts lobte auch der Deutschland-Chef von IBM, Martin Jetter: Für den Computerkonzern sei es sinnvoll, große Teile der Forschung und Entwicklung in Deutschland zu halten. Hier würden die besten Ergebnisse erzielt, sagte Jetter. „Wir haben in Deutschland eine exzellente Hochschulbildung und alle Möglichkeiten, Dinge mit hohem Risiko auszuprobieren.”

Es gibt aber in den deutschen Unternehmen auch einige Defizite, monierte Airbus-ChefThomas Enders: „Viele deutsche Unternehmer denken noch nicht global genug.” Es sei absehbar, dass die Globalisierung nicht nur Märkte, sondern schon bald die Strukturen der Konzerne erfasse: „Der Tag, an dem nach Amerikanern auch Chinesen und Inder in unsere Vorstände einziehen, ist nicht mehr weit weg. Unsere Aufgabe ist es, schon jetzt außerhalb Europas auch geeignete Führungskräfte zu suchen und aufzubauen.”

Die Reden

“Mehr gesellschaftliche Mitverantwortung”

Welche Verantwortung haben Manager? BundesfinanzministerPeer Steinbrück (SPD) nutzte seine Eröffnungsrede, um einige sehr deutliche Worte zu sagen – der Beginn einer Debatte, die in den kommenden Monaten Deutschland beschäftigte. „Bislang läuft die Diskussion meist nach dem Motto: Wenn die Wirtschaft schlecht läuft, ist die Politik schuld, läuft sie gut, ist das Ihr Verdienst, also das der Manager”, sagte Steinbrück. „Damit muss ein für allemal Schluss sein.” Wer verlange, dass der Reformzug immer schneller fahre, sich aber nicht darum kümmere, „wenn am hinteren Ende zwei, drei Waggons aus den Schienen springen”, sei mit Schuld daran, wenn sich die Bürger vom Staat abwendeten und Protestparteien wählten. „Ich erwarte von Ihnen mehr gesellschaftliche Mitverantwortung. Alleine wird es die Politik nicht richten können.”

Der CDU-PolitikerFriedrich Merz sah dies ähnlich. Politiker und Manager hätten es nicht verstanden, den Menschen zu erklären, warum die Globalisierung Veränderungen erfordere. Stattdessen habe man den globalen Wettbewerb „vor allem als Bedrohungsszenario” diskutiert. Der Wirtschaftsexperte der Union sprach von einem „Kommunikationsdesaster im gesellschaftspolitischen Sinne” und warnte vor einer „fundamentalen Akzeptanzkrise von Demokratie und Marktwirtschaft”.

Referenten 2007

Bildergalerie 2007

 

Die Presseschau