2008

Rückblick 2008

Highlights

Die Debatten

Führung in der Krise

Nur acht Wochen nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers fand, mitten in den Turbulenzen der Finanzkrise, vom 20. bis 21. November 2008 das 2. Führungstreffen Wirtschaft der Süddeutschen Zeitung in Berlin statt. Und so lag das zentrale Thema der Veranstaltung nahe: Führung in der Krise. Das war bewusst doppeldeutig gemeint: Denn einerseits ging es um die Frage, wo die führenden Vertreter der Wirtschaft – und insbesondere der Finanzbranche – versagt hatten. Andererseits ging es um die Frage, welche Führungsqualitäten nun in der Krise gefragt sind.
 
So nahm Jürgen Hambrecht, Chef des Chemiekonzerns BASF, die ganze Gesellschaft in die Verantwortung. Die Wirtschaft, das seien alle, nicht nur die Banker. „Wenn Geld zu billig wird, wird es dumm, dann gehen wir unverantwortlich damit um”, sagt er. Deshalb seien klare Regeln für die Finanzmärkte nötig. Immer wieder drehte sich die Debatte um die besondere Verantwortung der Banken. „Auch in unserer Branche sind sicherlich Fehler gemacht worden, dafür entschuldigen wir uns“, sagte Alexander Dibelius, der Deutschland-Chef von Goldman Sachs. Er wehrte sich zugleich dagegen, die Schuld für die Krise allein den Banken aufzuladen, sondern verwies auch auf Fehler der Politik: Die Rolle der Banker werde falsch gesehen, beklagte er. Erst sei von „Heuschrecken” die Rede gewesen, die Unternehmen aushöhlten und der Wirtschaft schadeten, dann von „Monstern”. Die Steigerung davon ist offenbar jetzt nur noch „der Banker“ und „der Manager.”

Die Eröffnungsrede

„Auswüchse der Gier“

Wie schon im Vorjahr eröffnete erneut Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) das Führungstreffen Wirtschaft – und erinnerte die Banker an ihre Verfehlungen und ihre Verantwortung. Steinbrück forderte eine neue Bescheidenheit im persönlichen und im geschäftlichen Gebahren. Die Jagd nach Spitzenrenditen müsse zu Ende sein und die Kunden wieder in den Mittelpunkt des Geschäfts rücken.
 
Wer Auswüchse mitmache, sei mitverantwortlich, wenn Populisten dann die Sorgen und Nöte der Menschen für ihre Zwecke nutzten, so Steinbrück. „Kein einziges Unternehmen aus dem produzierenden oder dem Dienstleistungssektor käme auf die Idee, eine Eigenkapitalrendite von 15, 20 oder 25 Prozent anzustreben”, bezog sich der Finanzminister auf frühere Vorgaben von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Eine solche Form von Gier führe zu massiven gesamtwirtschaftlichen Erschütterungen. Der Minister betonte, dass im Vorfeld der Krise auch Politiker, Medien, Interessengruppen und Wissenschaftler Fehler gemacht hätten.

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Die Presseschau